The holy shrine production
shrineart ist ein Projekt des in Hamburg lebenden Bildhauers Josef Greiner. Aus gesammelten Teilen entstehen ungewöhnliche moebelskulpturen, die er Schreine nennt. Schrein ist ein alter Begriff für Schrank, man könnte sagen der Ur-Schrank, er wurde vor allem in kirchlich/sakralen Räumen zur Aufbewahrung heiliger Gegenstände benutzt. Ein Schrein ist in seiner Tiefendimension unfaßbar, geheimnisvoll, unauslotbar. Er birgt Göttliches.
Josef Greiner ist sich dieser Bedeutung beim Bau seiner Schreine sehr wohl bewußt. Er gibt ihnen eine alte machtvolle Aura indem er nur Stücke verwendet die schon beseelt sind. Vergangenes geht neue Verbindungen ein und gibt der Zukunft einen Halt. Es ist ein bißchen wie Magie bis sich die einzelnen Stücke zu einem komplexen Schrein zusammenfügen. Durch eine natürlich bestimmte Oberflächenbehandlung erstrahlen die ehemals wertlosen Kulturgüter jetzt als ein Ganzes. Das erkennen der verschiedenen Einzelteile innerhalb ihrer neuen Funktion verknüpft Erinnerungen mit der Gegenwart. Jeder einzelne Schrein birgt ein Mysterium und lädt zur Reflexion und Meditation ein.
Gegenstände und Material wie Eisen, Messing, Kupfer, Maschinenteile, Keramik, Glas, Muscheln, Gummi, Türgriffe, Treibholz, schwere Wurzel- oder Herzstücke alter Bäume, liebgewordene Möbel oder Teile davon werden zum Bau der Schreine benutzt. Alle Arbeitsschritte sind geprägt durch ein behutsames Umgehen mit dem Material das uns die Natur schenkt. Interessant zu beobachten das vielfach benutzte Maße aus dem japanischen Feng-shui sich in den Schreinbaumaßen wiederfinden. Jede Kultur ist anders und trotzdem braucht alles im Universum seinen Platz.
Egal unter welchem Sternenbild wir geboren wurden, jeder braucht kraftvolle Orte an denen er seine Energien wieder auftanken kann. Ein Schrein ist heilig, wie ein Altar, in ihm können die persönlichen Kostbarkeiten ruhen.
Die neue Schreinkultur, die Josef Greiner mit seinen shrineart moebelskulpturen erschafft, scheint zeitlos und entspricht, unabhängig jedweder Religionszugehörigkeit, den ureigensten Wünschen und
Bedürfnissen der Menschen.
Heiligkeiten brauchen ihren Platz.
Rituale brauchen Zeit.
Geisterwelt ist überall.
Iris Bettermann
